D: Gasexplosion mit totem Fw-Mann möglicherweise vorsätzlich herbeigeführt
LIENEN (DEUTSCHLAND): Nach der Explosion in einem Wohnhaus am Diekesdamm in Lienen am Samstag, 8. Febraur 2020, hat die Polizei Münster noch am selben Tag die Ermittlungen übernommen. Durch die Explosion kam ein 19-jähriger Feuerwehrmann ums Leben, vier Weitere erlitten zum Teil schwere Verletzungen.
„Die intensiven Ermittlungen am Wochenende deuten daraufhin, dass die Explosion durch Gasaustritt vorsätzlich herbeigeführt wurde“, erläuterte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. „Die Ermittlungen hierzu stehen noch ganz am Anfang.“ Im Keller des Haues konnte eine Gasflasche gefunden werden. Vermutlich ist das Gas aus dieser Flasche ausgetreten.
„Das Wohngebäude ist einsturzgefährdet und kann aktuell nicht betreten werden“, erklärte der Leiter der Mordkommission Kriminalhauptkommissar Frank Schneemann. „Das erschwert die Tatortaufnahme und die Spurensuche. Aktuell vernehmen wir Zeugen und gehen ersten Hinweisen nach.“ Das berichtet die Polizei in einer Aussendung.
Zum Bericht über das Geschehen
Nachruf der Feuerwehr Lienen
Wenn wir alarmiert werden, lassen wir alles stehen und liegen. Wir rücken gemeinsam aus, weil wir freiwillig angetreten sind, um in unserer Gemeinde zu retten, löschen, bergen und schützen. „Gott zur Ehr’, dem nächsten zur Wehr“, das ist für uns mehr als nur ein Leitspruch.
Dieser Leitspruch ist für die Wehrmänner aus Lienen in Nordrhein-Westfalen seit dem letzten Wochenende zu etwas sehr Traurigem geworden. So sind die Feuerwehrmänner am vergangenen Samstag zu einem Wohn- und Geschäftshaus gerufen worden, nachdem dort ein Gasgeruch wahrgenommen wurde.
„Unser Kamerad Stefan war vor Ort als Teil eines Atemschutztrupps eingesetzt. Zusammen mit einem erfahrenen Angriffstrupp-Führer gelang es Stefan, mehrere Menschen zu retten und in Sicherheit zu bringen. Bei der Nachsuche im Keller kam es dann zu einer Explosion, in dessen Folge beide Kameraden schwer verschüttet wurden. Im Rahmen einer sofort eingeleiteten und für uns beispiellosen Hilfsaktion gelang es, den Angriffstrupp-Führer zu retten“, erzählt die Freiwillige Feuerwehr Lienen.
Ein Platz inmitten der Feuerwehr bleibt leer
Dennoch kam bei dieser Explosion ihr gerade einmal 19 Jahre alter Kamerad Stefan ums Leben. Für ihn kam unter den massiven Trümmern jede Hilfe zu spät. Seither bleibt ein Platz inmitten der 170 Wehrmänner der örtlichen Feuerwehr leer.
„Mit Stefan verlieren wir einen hoch engagierten Kameraden und Freund, für den die Feuerwehr stets das Größte war. Nach seiner Zeit in der Jugendfeuerwehr hatte Stefan sich hervorragend in die Einsatzabteilung eingelebt und war bei jeder Gelegenheit, die sich ihm bot, mit Feuereifer dabei. Sein Engagement war bespielhaft, sein Einsatz selbstlos und seine Ziele wohl noch lange nicht erreicht. Stefan hat für die Feuerwehr gelebt und wir werden ihn niemals vergessen. Stefan, wir vermissen Dich!“, schreiben die Wehrmänner in einem gemeinsamen Abschiedsbrief.