Schweiz: Unwetter in Glarus Süd → Bewohner evakuiert
GLARUS (SCHWEIZ): Intensive Niederschläge führten auch in Glarus Süd zu hohen Abflüssen in verschiedenen Bächen und Runsen. Besonders stark schwoll der Diesbach an. Die Kantonsstraße Diesbach – Betschwanden musste am Samstag, 3. Oktober 2020, gesperrt werden. In einer ersten Phase wurden zudem 13 Personen evakuiert. Die SBB musste den Betrieb auf der Strecke zwischen Schwanden und Linthal einstellen.
Die ausgeprägte Südstaulage mit Föhnsturm hat am Freitagnachmittag, 2. Oktober 2020, ab ca. 16.00 Uhr starke Niederschläge bis ins südliche Grosstal und das Sernftal getragen. So sind innert 12 Stunden 70 bis 100 mm Niederschlag gefallen, womit die Niederschlagsmenge der Warnstufe rot erreicht wurde. Der Starkniederschlag traf auf weitgehend gesättigte Böden, was zu einem schnellen Oberflächenabfluss führte. In den größeren Einzugsgebieten wurde der Hochwasserabfluss zudem durch Schneeschmelze angetrieben. So kam es insbesondere in grösseren Bächen und Runsen im südlichen Grosstal und im Sernftal zu hohen Abflüssen.
Hochwasser Diesbach: Bewohner vorsorglich evakuiert
Besonders kritisch ist die Lage in Diesbach. Am Samstagmorgen um 07.30 Uhr alarmierte ein Anwohner die Feuerwehr und meldetete, dass der Diesbach sehr hoch kommt. Eine Beurteilung vor Ort bestätigte die Gefährdung. Der Diesbach brachte nicht nur viel Wasser, sondern auch Geschiebe. Es drohten Auflandungen in der Gerinneschale mit Ausbrüchen des Baches in Richtung bewohnter Gebiete und der Strasse.
Als erstes wurde entschieden, die Kantonsstraße im Bereich der Diesbachbrücke zu sperren. Gleichzeitig wurde die SBB informiert, welche den Betrieb auf der Strecke Schwanden – Linthal einstellte. Um 09.00 Uhr wurden 10 Gebäude mit total 13 Bewohnern aus dem Quartier Dornhaus in Diesbach evakuiert.
Im Moment wird versucht, eine weitere Auflandung im Gerinne mittels Ausbaggerungen zu verhindern. Im Einsatz stehen über 100 Personen und mehrere Bagger. Eine sichere Prognose über den weiteren Verlauf ist im Moment nicht möglich. Naturgefahrenfachleute beurteilen die Situation laufend. Der weitere Verlauf ist stark abhängig von den kommenden Niederschlägen sowie der Lage im Einzugsgebiet.
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